Emotional shock absorber

Der Begriff ist mir kürzlich beim Doomscrollen begegnet, kurz vor dem Einschlafen. Zwischen Kochvideos und Elternsein Parodien ist er da, Gabor Maté, der über emotional shock absorber spricht.

Ein emotional shock absorber, also ein „emotionaler Stossdämpfer“, ist eine Person, die intensive negative Gefühle, Stress oder Konflikte anderer Menschen aufnimmt, abfedert und reguliert, um Harmonie zu erhalten. Solche Menschen sorgen in Beziehungen, Familien oder Arbeitsumfeldern für Stabilität und Ruhe.

Nach aussen: ruhig, stabil, belastbar. Nach innen: eigene Bedürfnisse werden zurückgestellt.
Kurzfristig schafft das Frieden. Langfristig kann es teuer werden.

Die Risiken dieser Rolle sind erheblich. Dauerhafter Stress durch das ständige Auffangen fremder Emotionen kann zu mentaler und körperlicher Erschöpfung führen. Angstzustände, Burnout-Symptome und sogar stressassoziierte körperliche Erkrankungen. Maté zum Beispiel verweist immer wieder darauf, dass Frauen häufiger unter Auto Immunkrankheiten leiden und bringt das genau damit in Verbindung. Dieses ständige Auffangen vom Stress der Anderen.

Was denkt ihr, wer übernimmt in der Gesellschaft wohl häufiger (nicht ausschliesslich!) diese Rolle? Maté weist darauf hin, dass historisch und gesellschaftlich häufig Frauen in diese Rolle geraten.